Sonntag, 25. Oktober 2015

Blogtour "Wie ein fernes Lied"


Herzlich Willkommen zu dieser tollen Blogtour. 

Gestern konntet ihr bei Dani von Lesemonsterchens Buchstabenzauber ja schon viele interessante Sachen über das Hamburg von 1939 erfahren. 
Hier findet ihr meine Rezension zu diesem wundervollen Buch. 
Ich habe heute die wundervolle Aufgabe euch die Autorin Micaela Jary in einem Interview näher zu bringen. 
Doch zuvor möchte ich euch die Autorin ein wenig vorstellen. 



Micaela Jary wurde am 29. Juli 1956 in Hamburg geboren und für ihren Vater stand von Anfang an fest, dass sie mal Schriftstellerin werden würde. Wie wir heute wissen lag er damit ja nicht falsch. Sie wuchs als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in der Welt des Kinos - und damit der erfundenen Geschichten - auf und begann schon früh, sich Romanhandlungen auszudenken. Sie schrieb schon mit 14 Jahren einen historischen Roman, doch es dauerte noch Jahre, bis ihr erster Roman veröffentlicht wurde.
Sie wuchs in Hamburg, München und Lugano auf. In München studierte sie Englisch und Italienisch, absolvierte ein Volontariat bei einer großen deutschen Tageszeitung und arbeitete viele Jahre als Redakteurin, Ressortleiterin und stellvertretende Chefredakteurin für verschiedene Zeitschriften. Seit ungefähr 10 Jahren arbeitet sie ausschließlich als Schriftstellerin und lebt heute mit ihrem Mann und Hund in Berlin und München. 

Nun aber zum Interview, dass ich mit Micaela Jary führen durfte und mich nochmal recht herzlich dafür bei ihr bedanken möchte. 

Vielen Dank Micaela, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Wie ist es eigentlich, wenn man ausschließlich als Schriftstellerin arbeitet ? Hast du einen festen Tagesablauf ?

Mehr oder weniger. Alle Freiberufler zeichnet ein hohes Maß an Disziplin aus - das ist notwendig, wenn man mit seinem Job halt auch Geld verdienen will oder muss. In meinem Leben hat sich ein relativ profaner Tagesablauf eingebürgert: Ich arbeite meistens im Rhythmus eines normalen Büroalltags, gelegentlich muss ich wegen eines nahenden Abgabetermins auch mal Frühschichten ab vier oder fünf Uhr einlegen, aber die sind sehr selten. Die ziemlich „normale“ Arbeitsweise ist meiner Familie geschuldet, denn mein Mann hat natürlich geregelte Bürozeiten. Und als meine Tochter noch zu Hause wohnte, stand ihr Stundenplan für mich im Vordergrund. Das heißt: Ich bin es gewohnt, von ca. neun Uhr bis fünfzehn Uhr kreativ zu sein. Mehr als vier bis sechs Stunden hält mein Rücken ohnehin nicht durch – und die Blase meines Hundes auch nicht. Dann muss ich also Pause oder Feierabend machen.

Wann kommen dir deine Ideen für die Bücher ? Holst du dir deine Inspiration aus deinem Alltag oder wachst du Nachts mit Ideen auf ?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich meine ja, dass einem auch Steine Geschichten erzählen können. Ein altes Haus zum Beispiel kann eine wundervolle Quelle sein, wenn man es denn irgendwo entdeckt hat. Im Fall von „Wie ein fernes Lied“ brachte mich meine Tochter auf die Idee zum Roman. Sie hatte ein Schülerpraktikum beim NDR absolviert und war durch eine Begegnung auf die Geschichte der Swing-Jugend im Dritten Reich gestoßen.

Wie lange hast du für die Fertigstellung von "Wie ein fernes Lied" benötigt ?

Das ist schwierig zu beantworten, da ich mit der Recherche vor fast fünfzehn Jahren begann. Damals war die Zeit noch nicht reif für ein Thema wie dieses, deshalb ließ ich meine Idee liegen. Ich folgte aber immer wieder den Spuren des Swing. Daraus entwickelte sich dann meine endgültige Geschichte, als ich vor zwei Jahren den Auftrag zu einem Stoff erhielt, der im Zweiten Weltkrieg spielen sollte.

Welcher Charakter war dir in diesem Buch der Liebste und warum ?

Harald Alsen. Vielleicht bin ich da aber etwas voreingenommen, weil er sehr große Ähnlichkeit mit meinem Vater besitzt. Allerdings ist anzumerken, dass mein Roman keine Biografie von Michael Jary ist. Mein Vater leitete im Zweiten Weltkrieg zwar ein Swing-Orchester, aber das ist seine einzige Verbindung zu der Geschichte im Roman.

Arbeitest du bereits am nächsten Buch oder hast du Ideen für mehrere Bücher ?

Das nächste Buch folgt fast ohne Atempause: Am 9.11.2015 erscheint mit „Sterne über der Alster“ die Fortsetzung meines Romans „Das Haus am Alsterufer“. Aber ansonsten ist erst einmal Pause. Im Moment lese ich viel und versuche mich für ein neues Thema zu begeistern, das im Sommer 2017 erscheinen soll. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Deshalb suche ich noch ein bisschen weiter.

Schreibst du immer an einem Buch oder parallel an mehreren ?

Ich schreibe immer nur an einer Geschichte. Mehr geht nicht in meinen Kopf.

Wäre es für dich denkbar mal eine Thriller zu schreiben ?

O ja! „Sterne über der Alster“ hat schon ein paar spannende Momente. Und ich denke tatsächlich gerade auch darüber nach, einen Krimi zu schreiben. Keine brutale Geschichte, nichts blutrünstiges und keinen Meuchelmord. Irgendetwas in der Tradition von Agatha Christie wäre durchaus mein Ding.

Es war ja gerade die Frankfurter Buchmesse. Wie stehst du zu Buchmessen ?

Buchmessen sind wie alle Messen ein wichtiger Bestandteil von Produktion und Handel. Demzufolge sind sie auch ein Bestandteil des Handels mit Büchern, aber auch mit Rechten und Lizenzen, also der Produktion. Es müssen deshalb nicht immer alle Autoren an allen Ständen vor Ort sein, ich war ja auch nicht in Frankfurt, aber für Verlagsmitarbeiter und Agenten ist die Frankfurter Buchmesse auf jeden Fall unverzichtbar. Sicher ist es auch für Blogger und Leser interessant, auf diese Weise Einblick in die Branche zu gewinnen. Dafür ist Leipzig aber wahrscheinlich entspannter.

Hast deine Tochter auch Interesse am Schreiben oder entwickelte sie sich in eine ganz andere Richtung ? Liest sie deine Bücher ?

Meine Tochter ist Historikerin und Kulturmanagerin und arbeitet als Pressesprecherin eines Kulturforums. Ihr Job bewegt sich also irgendwie im Rahmen meines Berufslebens. Sie liebt Bücher und war schon immer eine Leseratte. Da sie eine meiner wichtigsten Ratgeberinnen ist, muss sie meistens auch meine Romane lesen – allerdings dann weniger aus Vergnügen, sondern kritisch und häufig bezogen auf spezielle Fragen, die ich habe.

Hat du eigentlich einen geheimen Wunsch in Bezug auf das Schreiben ?

Naja, so geheim ist der Wunsch nicht: Natürlich wünsche ich mir, irgendwann einmal nicht mehr nur an die Bestsellerliste „anzuklopfen“, wie das im Sprachgebrauch der Buchbranche heißt, sondern auch wirklich unter den Top 20 platziert zu sein. Dann ist da noch die Romanverfilmung, von der fast jeder Schriftsteller träumt. Irgendwie wäre es aber für den Anfang schon schön, mal eine fremde Person zufällig eines meiner Bücher lesen zu sehen. Da ich aber so gut wie nie öffentliche Verkehrsmittel benutze und selten mit der Bahn reise oder fliege, ist dieser Wunsch wahrscheinlich noch am schwersten zu erfüllen. An meinem letzten Geburtstag postete ein Freund an meine Pinwand bei Facebook, er habe in der U-Bahn in Hamburg am Morgen jemanden „Das Haus am Alsterufer“ lesen sehen. Leider hat er kein Foto gemacht, aber diese Nachricht war trotzdem ein tolles Geschenk!

Ich bedanke mich recht herzlich für deine offene Art und die Zeit, die du dir genommen hast.

Natürlich gibt es bei der Blogtour wieder was zu gewinnen und wir haben echt was besonderes für euch.



Gewinne

Platz 1-3: 
jeweils ein Buch in Print "Wie ein fernes Lied" 

Platz 4-5: 
jeweils ein Lesezeichen vom Buch 

Sonderpreis: 1 Eintrittskarte für die Lesung am 28.1.16 in Mosbach + Buch
Die Lesung findet hier statt: http://www.kaefertoerle.de

oder alternativ

1 Eintrittskarte für eine Lesung zu "Sterne über der Alster"(ET 9.11.2015) + Buch
(Aus "Sterne über der Alster" liest die Autorin in Hamburg, Uetersen, Harburg, Bozen, München, Berlin)

Teilnahmebedingungen

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen

Um in den Lostopf zu hüpfen müsst ihr auch heute eine Frage beantworten

Frage: Welche Frage hättest du Micaela Jary gestellt ?



Und hier sind die weiteren Stationen der Blogtour:

24.10. Hamburg 1939
Dani von Lesemonsterchens Buchstabenzauber

26.10 Liebe & Musik
Manja von Manjas Buchregal

27.10. Marga
Annett von Reading Books

28.10. Michael

29.10. Weitere Bücher von Micaela Jary
Steffi von Zitroschs Leseland

30.10. Gewinnerbekanntgabe

Kommentare:

  1. Hallo,
    Danke für das spannende Interview !
    Du hast ja schon viele interessante Fragen gestellt. Ich hätte noch gerne gewusst, was Frau Jary privat so liest und ob sie ein Lieblingsbuch hat, dass sie immer wieder zur Hand nimmt.

    Lg Curin

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  2. Guten Morgen,

    endlich mit etwas Verspätung ist nun das Interview online. Dies gefiel mir wirklich recht gut, sodass meine Traurigkeit auf dem Blog erst nichts gefunden zu haben, wie weg geblasen ist. Es waren recht interessante Fragen dabei. Ich würde sehr gerne wissen wollen, wie deine Kindheit war. Im Bezug zu dem Beruf deines Vaters als Filmkomponisten. Bekamst du daheim von seiner Tätigkeit viel mit? Warst du eher stolz oder schämtest du dich sogar, weil dein Vater relativ bekannt war? Ich frage mich, ob du zum Klavierspielen gut gestimmt warst oder ging dir das " Geklimper" auch mal auf den Keks? ;-)

    Wünsche noch einen schönen Sonntag und ich bin schon jetzt auf morgen gespannt.

    Liebe Grüße Silvia B. aus B.

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  3. Hallo :)

    Vielen dank für das tolle Interview, es war wirklich spannend. Mich hätte auch interessiert was sie selbst so liest und welche Bücher ihre absoluten Highlights waren, und welche sie sie weiterempfehlen würde :)

    Liebe Grüße Manuela

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  4. Dankeschön für das interessante Interview. Ich finde ja immer am spannendsten, wie die Entstehungsgeschichte eines Buches ist, also woher hat der Autor seine Ideen, wie wird das Buch aufgebaut usw.

    daniela.schiebeck@t-online.de

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  5. Hallo
    Danke für das schöne Interview, Du hast wirklich tolle Fragen gestellt & einem somit die Autorin wirklich sehr nahe gebracht.

    Meine Fragen an die liebe Autorin sind folgende:
    Was hältst Du von Buchverfilmungen & welche ist Deiner Meinung nach die beste & welche die schlechteste Verfilmung?
    Würdest Du gerne Deine Bücher als Verfilmung sehen?
    Wer wären Deine bevorzugten Schauspieler für Deine Protagonisten?

    Mit welchem Buch Charakter ( egal ob aus Deinem oder ein Buch eines anderen Autors) würdest Du gerne einen Tag Dein Leben tauschen & warum?

    Viele liebe Grüsse Mimi

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  6. Hallo,
    ein sehr schönes Interview. Das Haus am Alsterufer ist mir auch ein Begriff.
    Ich hätte M. Jary auch gefragt, ob sie bei den vielen aufwendigen Recherchen noch Zeit finde, selbst zu lesen und welche Bücher.

    LG Bettina

    bettinahertz66@googlemail.com

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  7. Hallo,
    danke für das tolle Interview. Ich würde gerne von der Autorin wissen, welches ihr persönliches Lieblingsbuch ist und weshalb. Vielleicht verbindet sie ja ein bestimmtes Ereignis damit oder kennt den Autoren,...

    lg, cyrana

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  8. Hallo ,

    Sehr interessantes Interview . Meine Frage wäre :
    Kann Micaela Jary sich vorstellen Kinderbücher zu schreiben und
    wenn nicht warum ?

    Liebe Grüße Margareta
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  9. Hallo,

    viele Fragen hast du ja schon mit deinem Interview abgedeckt :) Mich würde interessieren welcher Teil der Arbeit an einem Buch am zeitintensivsten ist... das recherchieren, schreiben oder überarbeiten?

    Liebe Grüße
    SaBine

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  10. Hallo, mich würde interessieren wie lange Micaela Jary für das Buch gebraucht hat. Also von der Idee bis zum verlegen.
    Lg lesemaus1981

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  11. Ich finde ihr habt viele Interessante Fragen, vielleicht kann ich mit Micaela Jary diese Fragen noch besprechen. Ich werde mal lieb anfragen.

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  12. Hallo,

    ein tolles Interview, das bereits viele Fragen abgedeckt hat. :D
    Mich würde noch interessieren, nach welchen Kriterien sie sich für einen Titel entscheidet.


    LG

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  13. Hallo Bonnie,
    danke für dieses tolle Interview. Ich habe Micaela Jary bereits live in München kennengelernt und mich einen Abend ganz prächtig mit ihr unterhalten. Über Bücher, über Blogs, das Leben, die Liebe. Es war einfach herrlich. Je länger ich darüber nachdenke, desto schwieriger stelle ich mir das ständige Pendeln zwischen München und Berlin vor, weswegen ich gerne wissen würde, wie oft sie pendelt und wie sie das empfindet? Ob das wirklich mit so viel Stress verbunden ist?
    Herzliche Grüße, Verena.

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